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Vogelbericht des Monats

Hornsittich

Vogelbericht des Monats September 2026, von Eugen Franke

Der Bericht wurde von unserem Zuchtfreund Eugen Franke verfasst. Die Fotos sind bei Zuchtfreund Diedrich Geiken und Zuchtfreund Knobel entstanden. Vielen Dank dafür.

Eunymphicus cornutus cornutus (Gmelin, 1788)

Die Hornsittiche gehören zum Tribus Plattschweifsittiche und der Gattung Hornsittiche. Sie sind nahe mit den Laufsittichen – Ziegen- und Springsittichen – verwandt und ähneln diesen in vielen Belangen.

Hornsittiche in der Außenvoliere beim Zuchtfreund Geiken. Links das Männchen.
Hornsittiche in der Außenvoliere beim Zuchtfreund Geiken. Links das Männchen.

Herkunft

Die Vögel der Nominatform sind Endemiten auf der Insel Neukaledonien, und die Unterart, der Ouveasittich (Eunymphicus cornutus uvaeensis), ist auf den Loyalty-Inseln Ouvéa und Lifou zu Hause. Paarweise und in kleinen Familienverbänden bewohnen sie die feuchten, nördlichen Fichtenwälder, Buschland und Savannen. Hornsittiche wurden nur sehr selten eingeführt.

Schutzstatus

Hornsittiche sind mit geschlossenen Artenschutzringen der Größe 6,0 mm zu kennzeichnen. Somit haben wir bei diesen Tieren eine Nachweis-, Melde-, Beringungs- und CITES-Pflicht.

Merkmale

Hornsittiche erreichen eine Körperlänge von 33 bis 35 cm. Markant ist ihre Kopffärbung, welche sich deutlich vom Körpergefieder unterscheidet. Als besonderes Merkmal ist ihre Federhaube zu nennen, welche aus vier schmalen schwarzen Federn mit roter Spitze besteht. Im Erwachsenenkleid befindliche Hornsittiche sind problemlos zu unterscheiden.

Das Männchen sitzt vor dem Naturstamm und bewacht das Weibchen.
Das Männchen sitzt vor dem Naturstamm und bewacht das Weibchen.
Weibchen beim Verlassen des Niststamms.
Weibchen beim Verlassen des Niststamms.

Verhalten

Hornsittiche können rasch zutraulich werden. Ihre Lebhaftigkeit liegt in den Morgen- und Abendstunden der Dämmerung. Es handelt sich um ruhige Vögel, welche sich nur ab und an leise melden und ihr Zwitschern hören lassen.

Haltung

Da Hornsittiche unser Klima recht gut vertragen, kann man diese in kombinierten Außen- und Innenvolieren unterbringen. Ähnlich wie Ziegen- und Springsittiche sind sie bewegungsaktiv und halten sich auch oft auf dem Boden auf. Hier scharren und graben sie auch häufig wie ihre Verwandten. Naturboden in der Außenvoliere ist nicht förderlich. Die Voliere sollte schon gut strukturiert sein und nicht nur zwei Sitzstangen aufweisen. Hornsittiche lassen sich auch vergesellschaften.

Ernährung

Ein gutes Großsittichmischfutter, möglichst ohne Sonnenblumensamen, stellt das Grundfutter dar. Hafer, Haferflocken, Glanzsaat, Wellensittichfutter. Sie mögen auch sehr gern GS-Quell- und Keimfutter. An Obst kann man viele heimische und auch exotische Früchte reichen. Hinzu kommen noch viel Grünfutter und Kräuter. Eine Zufütterung von Mehlwürmern und Buffalos wird von den Hornsittichen auch nicht verschmäht. Während der Jungenaufzucht sollte ein gutes Aufzuchtfutter nicht fehlen.

Brut

Die Geschlechtsreife erreichen weibliche Hornsittiche im Alter von zwei Jahren, männliche Tiere im Alter von drei Jahren. Das Weibchen legt zwei bis vier Eier. Die Brutzeit liegt bei 21 bis 23 Tagen. Der Schlupf findet innerhalb von 48 Stunden statt. Nach 10 Tagen öffnen sich die Augen. Die Nestlingszeit liegt bei 34 Tagen. Die Jungen entwickelten sich immer recht gut. Nach 6 Wochen haben sie den Niststamm verlassen. Die Befiederung erfolgt ohne Probleme. Nach 3 Wochen sind sie relativ selbständig, wobei sie die Elterntiere noch gern um Futter anbetteln.

Jungtiere wenige Tage alt, im Nistkasten beim Zuchtfreund Knobel.
Jungtiere wenige Tage alt, im Nistkasten beim Zuchtfreund Knobel.

Jungvögel haben hornfarbene bis gelbliche Schnäbel. Die Gesichtsfarben und Zeichnung sind matter und weniger ausgedehnt. Die Geschlechter lassen sich als Jungtiere schlecht unterscheiden. Hier ist die DNA-Analyse angebracht.

Besonderheiten

Nach Besonderheiten befragt, erzählte mir der Zuchtfreund Geiken, dass die Tiere sehr ruhig und nicht scheu sind. Zutraulich kommen sie an das Gitter und holen sich Obst und Grünzeug aus der Hand. Sein Paar ist in den Jahren 2018/2019 geschlüpft. Er hat diese im August 2023 von einem Züchter in der Nähe von Gronau erworben.

Junges Weibchen. Sehr gut ist der maisgelbe Schnabel des Jungvogels zu sehen.
Junges Weibchen. Sehr gut ist der maisgelbe Schnabel des Jungvogels zu sehen.

Vom Zuchtfreund Knobel erfuhr ich, dass er in der Zeit nach 2018 noch Tiere zugekauft hat. Er konnte mir die schnelle Zutraulichkeit, wie beim Zuchtfreund Geiken, bestätigen. Er sagte mir, dass die Hornsittiche anfällig gegen Krankheiten und vor allem Würmer sind. Selbst Bandwürmer sind keine Seltenheit. Bei ihm holen sich die Hornsittiche Gehäuseschnecken, Regenwürmer und andere Tiere und verzehren diese. Sie brauchen regelmäßige Wurmkuren, auch gegen Bandwürmer. Was er von anderen Züchtern hörte und selbst bemerken musste: Die Vögel können schnell und ohne Anzeichen einer Krankheit eingehen.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um sehr ansprechende Großsittiche vom Wesen, Verhalten und auch vom Aussehen. Es handelt sich aber um keine Anfängervögel. Ein umfassender Artikel zu den Vögeln wird demnächst im Vogelfreund erscheinen. Wünschen wir den Vögeln in unseren Volieren alles Gute.

Eugen Franke, Aschersleben

Der Bericht als PDF zum Ausdrucken